Biographie

Gerd Schaller

Gerd Schaller wurde in Bamberg geboren. Er studierte Dirigieren an der Hochschule für Musik in Würzburg, wo er mit Auszeichnung abschloss.

Seine dirigentische Laufbahn begann er 1993 an der Staatsoper Hannover, wechselte 1998 als Erster Kapellmeister an das Staatstheater Braunschweig, und wirkte von 2003 bis 2006 als Generalmusikdirektor am Theater Magdeburg. Seither arbeitet er mit zahlreichen bekannten Orchestern im In- und Ausland.

In der Oper feierte Gerd Schaller bedeutende Erfolge im deutschen und italienischen Fach, machte sich vor allem mit den Werken von Richard Wagner, Richard Strauss und Giuseppe Verdi einen hervorragenden Namen. Zum breiten Spektrum seiner Arbeit zählen neben den bekannten Titeln des Repertoires aber auch selten zu hörende Preziosen, wie etwa Alban Bergs Wozzeck, den er mehrfach an der Staatsoper Warschau dirigierte, Jules Massenets HĂ©rodiade, Erich Wolfgang Korngolds Die tote Stadt oder Francesco Cileas’ Adriana Lecouvreur.

Mit seinem ausgeprägten Wissensdrang und seinem Faible für Neues und Unbekanntes begeistert sich der Dirigent daneben jedoch insbesondere für die Wiederentdeckung vergessener Opern und Raritäten des Konzertrepertoires, welche inzwischen einen wichtigen Part in seinem umfangreichen Oeuvre einnehmen. Beispielsweise wurde seine Wiederaufführung von Carl Goldmarks Oper Die Königin von Saba, ebenso wie die Ersteinspielung derFedra von Johann Simon Mayr in Kooperation mit dem Norddeutschen Rundfunk sehr gelobt. Großen Beifall von Publikum und Kritik erhielt auch Schallers Interpretation der romantischen Oper Merlin von Carl Goldmark, die er 2009, gleichfalls als Ersteinspielung, in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk und dem Label Profil Hänssler herausbrachte.

Auch im Konzertbereich erarbeitete sich Schaller im Laufe seiner Karriere ein sehr vielfältiges Repertoire, das Musik vom Barock bis in die heutige Zeit umfasst. Insbesondere seine fundierten Interpretationen spätromantischer Werke, aber auch der Moderne des 20. Jahrhunderts erhielten hervorragende Kritiken. Ein besonderes Anliegen ist ihm stets die Aufführung zeitgenössischer Musik.

Seine zahlreichen Aufnahmen für Rundfunkanstalten und auf CD umspannen eine breite Palette an Stilrichtungen, wobei der Schwerpunkt auf den sinfonischen Werken der Wiener Klassik und der Romantik, speziell den Sinfonien Anton Bruckners liegt.

Schaller arbeitet als Gastdirigent mit vielen renommierten Klangkörpern, wie Staatsorchester Hannover, Radiophilharmonie Hannover des NDR, Münchner Rundfunkorchester, Radiosinfonieorchester Bukarest, George-Enescu-Philharmonie Bukarest, Sinfonieorchester des Nationaltheaters Prag, Orchester der Staatsoper Warschau, Dresdner Kapellsolisten, Kammerphilharmonie Leipzig, Münchner Bachsolisten, Magdeburgische Philharmonie, Kammerphilharmonie Bamberg, Staatsorchester Braunschweig, Niedersächsisches Kammerorchester Hannover, und anderen.

Außerdem hatte er während einiger Jahre einen Lehrauftrag für das Fach Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover inne.

Gerd Schaller ist Gründer und künstlerischer Leiter des Festivals Ebracher Musiksommer, das seit Jahren als fester Bestandteil des Musikzaubers Franken in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk stattfindet.